Fotoprojekt Schlappenmoor

schmale Wege führen durch das Schlappenmoor
schmale Wege führen durch das Schlappenmoor

Die heutige Landschaft der Oberalsterniederungen ist im Wesentlichen durch die letzte Eiszeit vor 20.000 Jahren geprägt worden. Nach dem Abschmelzen der Gletscherzunge blieb zwischen den Moränen eine riesige Mulde zurück, die sich über dem wasserundurchlässigen Grundmoränenlehm zu einem Eisstausee auffüllte. Aus diesem See entstand durch die Verlandungsprozesse im Laufe der Jahrtausende ein Niedermoorgebiet mit einigen Hochmoorbereichen, wie dem Wakendorfer Moor und dem Schlappenmoor.

 

Durch Entwässerung, Torfabbau und Weidennutzung sind von den Mooren nur noch Reste übrig geblieben. Noch im 18.Jahrhundert machten die Moore beinahe ein viertel der gesamten Henstedter Feldmark aus. Für die Henstedter  und auch für die anderen umliegenden Gemeinden war die Torfgewinnung und der Verkauf der Torfsoden in Hamburg eine wichtige Geldquelle.

 

Nachdem das Schlappenmoor fast vollständig abgebaut wurde, stellte es das Land Schleswig-Holstein bereits im Jahre 1971 unter Naturschutz – damals das erste Naturschutzgebiet im Lande. Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg hat ebenfalls Weitsicht bewiesen: Sie kaufte über Jahre hinweg große landwirtschaftliche Flächen in den Oberalsterniederungen auf. Diese Flächen stehen den Landwirten als extensiv genutzte Flächen zur Verfügung. Der Naturschutzbund NABU erwarb 1981 die Schlappenmoorwiese und pflegt sie, mit dem Erfolg, dass sich hier viele seltene Pflanzen angesiedelt haben.

 

Mit der erfolgreichen Renaturierung des Schlappenmoores haben sich auch seltene Tierarten wieder angesiedelt. Der große Brachvogel, das Wappentier der Oberalsterniederungen, ist mit etwas Glück besonders im Frühling zu beobachten. Nur hören kann man, besonders zum Abend, den Wachtelkönig, aber auch Graureiher und seit einigen Jahren Kraniche, lassen sich beobachten. Insgesamt haben Naturschützer über 160 verschiedene Vogelarten nachgewiesen. Der Eisvogel, die Bekassine, die Rohrammer und verschiedene Greifvögel wie der Mäusebussard und die Rohweihe haben hier ihre Heimat gefunden. Es empfiehlt sich auf dem Spaziergang durch das Schlappenmoor und durch die Alsterwiesen ein Fernglas dabei zu haben.

Der Moorfrosch findet im Schlappenmoor ausreichend Laichgewässer vor, und Grasfrosch  und Ringelnatter kann man mit etwas Glück beobachten.

Der Wasserstand im Moor wird durch die ehrenamtlichen Helfer des NABU überwacht; erst kürzlich wurde ein Damm errichtet um den Zulauf von Wasser aus den angrenzenden Feldern zu verhindern. Ein gesundes Moor darf nur durch Regenwasser gespeist werden, der Dünger von den Feldern ist dagegen schädlich für das Moor.

 

Das Schlappenmoor ist heute nur auf einem Weg begehbar, der nahe dem Ortsteils Togenkamp beginnt, die Alster auf einer Holzbrücke überquert und am Parkplatz am Hohnerberg endet.

Für diesen Weg sollte man sich schon mal 2 Stunden Zeit gönnen und vielleicht auch eine kurze Rast an zwei Rastplätzen direkt am Schlappenmoor und etwas weiter am Wirtschaftsweg einlegen. Die Mücken werden es danken ;-), aber da gegen gibt es ja genug Mittelchen. Nur vergessen sollte man sie nicht.

Eine sommerliche Wanderung durch das Schlappenmoor auf schmalen Wegen

Frühling im Schlappenmoor (April 2009)